Texte aus den Jahren 1992 bis heute:

Onlinebefragung von Facebook-Usern zum Thema "Adolf Hitler"

Letztes Jahr startete „Die Gießkanne“ eine große Befragungsaktion auf Facebook zum Thema „Adolf Hitler“.

Zielgruppe: Deutsche Facebook-User im Alter von 12 bis 21 Jahren, die verschiedenen Schulformen angehören.

Befragungszeitraum: Januar bis November. 

Anzahl der Befragten: 2026 Schüler und Schülerinnen. 

 

Die Objektivität der Messung ist dadurch gewährleistet, dass das Messergebnis nur von dem zu messenden Merkmal und nicht von dem Befrager oder von Situationsvariabeln abhing. Die Auswertungs-objektivität kann allerdings geringfügig beeinträchtigt sein, da die Antworten der Befragten in Zahlenwerte transformiert wurden.

 

Download des 7-seitigen Magazins: DIEGIESSKANNE.pdf (442.17 KB)

 

Bundeswehrveilchen

Die Veilchen der inneren Führung bringen jeden Gegner zum Schmel-zen.

 

Mängel wegbeten

Hätte ich mich mit den Bundeswehrschöpfern früh beraten können, hätte meine shakespearisch ringende Seele darauf hingewirkt, die vielen Mängel der Bundeswehr der Heilsarmee anzuhängen.

Sie betet alles weg.

Besser weniger, aber besser

Für eine längst fällige Strukturreform, Ursula, ist die Bundeswehr noch nicht gut genug.

Muammar al Gaddafi

A Yale professor, speaking at Memphis, likened Muammar al-Gaddafi to a conceited kid of the Adolf-Hitler type. Muammar al-Gaddafi: A radical crack-brain. He behaves like an imbecile. He would be right in his element in the congregations of the inhabitants of a lunatic asylum. He and his coterie are more dangerous and more reactionary than such crude obstacles to progress as gun running and money laundering. It`s a wonder decent people haven`t risen up and lynched them. And what about those statesmen in the free world who thought highly of him, delivered weapons to him and kissed his feet in a bedouin tent?  

 

 

 

Innere Emigration oder die Zeremonie vor dem Galgen ist menschlicher

Major Frank M. nahm mit fast einjähriger Verspätung seine Urkunde zum 25-jährigen Dienstjubiläum entgegen. Bevor allerdings die versammelten Vorgesetzten ihm in bescheiden gehaltenem Rahmen die für ihn vorgesehene Form der Ehrung (Kantinensekt und Salzstangen) zuteil werden ließen und  zum hundertsten Male mehrkehlig einen hohen Schuldanteil, der darin bestand, sich nicht ausreichend um sein Los gekümmert zu haben, zusprachen, entkam der Neunundvierzigjährige nur mit knapper Not in die innere Emigration.

 

 

Zynische Wachstumskultur

Petra Pinzler, Hauptstadtkorrespondentin im Berliner Büro der Wochenzeitung "Die ZEIT", schrieb ein bemerkenswertes Buch.

Wir alle schaffen eine zynische Wachstumskultur und sehen nicht, dass kein Schuldbewusstsein auflodert, dass man noch nicht einmal klüger wird. Drei Stimmen lassen aufhorchen:
Imre Kertész: „Wenn wir es nicht schaffen, die wirtschaftliche Rück-ständigkeit (in der Welt) zu überwinden, dann verzerrt sich das Antlitz der Gesellschaft, und in den Kanälen der Unterwelt bersten die Schleusen…“ (Aus: Galeerentagebuch, Reinbek: rororo 2002, 2. Aufl.).
Jan Causa: „Wir alle wissen nicht, wozu wir fähig sind, besser: nicht fähig sind. Wir greifen immer wieder kräftig in die Tasten des Aufschwungs, der auch ein Aufschwung des Elends ist.“
Petra Pinzlers neues Buch: "Immer mehr ist nicht genug! Vom Wachstumswahn zum Bruttosozialglück." Erschienen im Verlag Pantheon. Petra Pinzler wendet sich gegen das Denkprinzip, dass uns nur dauerhaftes Wachstum der Suche nach der Glücksformel näher bringt. Ein bemerkenswertes Buch. 

 

Marcel Reich-Ranicki

Es besteht kein Zweifel: Marcel Reich-Ranicki (MRR) hat die deutsche Literaturkritik auf den Sockel breiter, nationaler Anerkennung gehoben  und ist somit ein würdiger Goethe-Preisträger. Und doch: Es fällt mir schwer, die Begründung durch die Stadt Frankfurt völlig kritiklos hinzunehmen. In ihr heißt es, es sei ihm (MRR) „in außerordentlicher Weise gelungen, für Literatur zu interessieren, einzunehmen und zu begeistern. Darüber hinaus ist ihm die Entdeckung vieler junger Autorinnen und Autoren zu verdanken“.

Mit danteskem Ehrgeiz trat MRR an, untere und mittlere Bildungsschichten wieder im Lesen zu beheimaten. Sein mediales Auftrittstheater zielte auf sie, traf aber nur eine kleine Schar Gebildeter. Und seine Kritiken sind noch heute meist Begräbnisse. Es gehört nämlich zu seiner prätentiösen Grundanstrengung, mit ungezähmter Gestik, gefrorener Unnahbarkeit und häm-mernder Rhetorik eine „moralische Halbdiktatur“ auszuüben. Tief sitzt seine Abneigung gegen jede „deklamatorische Rechthaberei“. Er ist das personifizierte Urteil. Wie viele Autorinnen und Autoren, die in der Namenlosigkeit verschwunden sind, können sich (nach den Worten des Großkritikers MRR) aber rühmen, durch das Kritikgewitter dieses „Autorenfressers“ (Hamburger Abendblatt) gegangen zu sein!?
Joyce hätte ihm entgegengehalten: „Lieber MRR, ich verabscheue die verdammt grellen Blendlichter Ihrer Kritik, Ihren verdammt grandiosen Dünkel, Ihre verdammt zeitungshafte Selbstplakatierung! Eine echte Würdigung, ein tiefes Hinhorchen – das ist die einzig wahre Kritik.“
Es muss 1968 gewesen sein, als ich in Hamburg eine Dichterlesung von Manfred Hausmann besuchte, die MRR anschließend mit seiner Kritik bewarf. In der Pause ging ich, in meinen mutigen, frechen Schuhen steckend, auf MRR zu und gewann auch zunächst seine Aufmerksamkeit. Ich reichte ihm ein Liebesgedicht von Brecht, das ich als meines ausgab. Er durchschaute mich nicht und brüllte in den Raum: „Junger Mann, in Trakls Füßen sitzt mehr Poesie als in Ihrem Kopf!“
Gedämpfte Buhs und braver Beifall hielten sich am Ende der Veranstaltung die Waage. Viele Jahre später zählte er in einer Talkshow (N3) eben dieses Liebesgedicht Brechts zu den schönsten der Weltliteratur. Dann trug er es mit der Zunge eines afrikanischen Büffels einem hingebungsvoll lauschenden Publikum vor.

 

 

 

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