bevor einer...                

 

 

 

                    du hättest doch auch ein vogel werden können

                du hättest doch auch eine schwalbe werden können

                                           

                                            (Aus: Aaron Zeitlin. Das Kälbchen)

 

 

 

...comme les nuages massifs de cézanne

ohne gleis und führerstand  

hängen tief machen den atemraum noch niedriger

select-schleife → while wolken > regen

wie sich alle ineinander verhaken

 

 

unten ist alles aus den schienen gesprungen

schau steig hinunter erkenne tiefer 

setz dir ein vergrößerndes auge ein

im sehenden auge liegt macht

 

 

brassaï stieg bis in die eingeweide

der objekte stille und lautexhibitionistische 

 

                          

summende zäune lichtgerippe 

dieses schlagen und schieben von eisen

rauchdome über dem ausgetrunkenen wort

die luft ist glas und der stein ein starker mann

 

 

...und abends glasierte wachteln (coturnix coturnix) 

 

 

ab igne ignem 

 

das falsch eingehängte:

der schurkopf geht um äuf da reschdn seide

arngrimmig und zurückdummend

tattoos draufgenäht und stolze schaudinge

drückt schlamm hoch

 

 

entfernt den schnee der geschichte:

erkennen erinnern erinnern erkennen

 

bevor einer...

 

 

***

 

 

das meer

 

 

lichtblau das meer und versponnen

segle mein sprachloses boot

hinter erkalteten sonnen

enge und elend und tod

 

 

alles wird mir frei und freier

ich atme tiefes schweigen

hier ist stille schlaf und feier

und sprache duft der feigen

 

 

***

 

 

der vanillegeschmack des windes

 

 

über das dasein hinweglaufen  

hinweglaufen mit klicks

auf den touchpads des lebens

beglückende irrtümer aus den kulissen

springende teleologien lächerliche

bosheiten imperialismus der schwerkraft

ich denke mir den boden weg
auf dem ich gehe und stehe
wie kants taube die luft

und falle in monteverdis basso ostinato

vereinfachte zeit humanität des erbarmens

alles spricht auch das sprachlose

unter mir traumähnliche stadtansichten  

wie in bildern de chiricos in ihnen gehen 

viele beine eines anderen denkens

ich spreche zu dir von zeichen und interpretation

doch dir genügt der vanillegeschmack des windes

 

 

***

 

 

die verwandlung

 

 

 

die rastlose meeresbiologie 

(hast du oder hast du nicht)

rieb sich die augen

malte ihr ausmalbild aus

nichts geht über die natur

es macht sich nicht gut die türen offen zu lassen

die blauen knospungen des meeres

schlugen gegen die felsen

wie zuklappende bücher

als wolle es auf seine lage hinweisen 

während die still rasenden makromoleküle 

an den stromkreis der sonne angeschlossen

damit begannen das meer

aus seinen halterungen zu reißen 

ich schlug die saite dünengras an

und messalinas kleines lämpchen

tanzte mit spitzer flamme

auf dem finsteren meer

 

 

plastik ist von plastik abgesprungen
wie der ursprung vom ursprung

 

 

***

 

 

 

 

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